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"Larifari!" sagte Manz, "was früher geschehen, wollen wir nicht aufrühren! Was aber
zuviel ist, ist zuviel und alles muß zuletzt eine ordentliche grade A rt haben; diese drei
Äcker sind von jeher so grade nebeneinander gelegen, wie nach dem Ric htscheit
gezeichnet; es ist ein ganz absonderlicher Spaß von dir, wenn du nun einen solchen
lächerlichen und unvernünftigen Schnörkel dazwischen bringen wi llst, und wir beide
würden einen Übernamen bekommen, wenn wir den krummen Zipfel da be stehen ließen.
Er muß durchaus weg!"
Marti lachte und sagte: "Du hast ja auf einmal eine merkwürdige Furcht vor dem Gespötte
der Leute! Das läßt sich aber ja wohl machen; mich geniert das Krumme gar nicht; ärgert
es dich, gut, so machen wir es grad, aber nicht auf meiner Seite, das geb ich dir schriftlich,
wenn du willst!"
"Rede doch nicht so spaßhaft", sagte Manz, "es wird wohl gra d gemacht, und zwar auf
deiner Seite, darauf kannst du Gift nehmen!"
"Das werden wir ja sehen und erleben!" sagte Marti, und beide Männer gingen
auseinander, ohne sich weiter anzublicken; vielmehr starrten sie nach verschiedener
Richtung ins Blaue hinaus, als ob sie da wunder was für Merkwürdig keiten im Auge
hätten, die sie betrachten müßten mit Aufbietung aller ihrer Geisteskräfte.
Schon am nächsten Tage schickte Manz einen Dienstbuben, ein Tagelöhnermädchen und
sein eigenes Söhnchen Sali auf den Acker hinaus, um das wilde Unkraut und Gestrüpp
auszureuten und auf Haufen zu bringen, damit nachher die Steine um so bequemer
weggefahren werden könnten. Dies war eine Änderung in seinem Wesen, daß er den
kaum elfjährigen Jungen, der noch zu keiner Arbeit angehalten worden, nun mit hinaus
sandte, gegen die Einsprache der Mutter. Es schien, da er es mit ernsthaften und
gesalbten Worten tat, als ob er mit dieser Arbeitsstrenge gegen sein eigenes Blut das
Unrecht betäuben wollte, in dem er lebte und welches nun begann seine Folgen ruhig zu
entfalten. Das ausgesandte Völklein jätete inzwischen lustig an dem Unkraut und hackte
mit Vergnügen an den wunderlichen Stauden und Pflanzen aller Art, die da seit Jahren
wucherten. Denn da es eine außerordentliche, gleichsam wilde Arbeit war, bei der keine
Regel und keine Sorgfalt erheischt wurde, so galt sie als eine Lust. Das wilde Zeug, an der
Sonne gedörrt, wurde aufgehäuft und mit großem Jubel verbrannt, daß der Qualm weithin
sich verbreitete und die jungen Leutchen darin herumsprangen wie besessen. Dies war
das letzte Freudenfest auf dem Unglücksfelde, und das junge Vrenchen, Martis Tochter,
kam auch hinausgeschlichen und half tapfer mit. Das Ungewöhnliche die ser Begebenheit
und die lustige Aufregung gaben einen guten Anlaß, sich seinem kleine n Jugendgespielen
wieder einmal zu nähern, und die Kinder waren recht glücklich und munter bei ihrem
Feuer. Es kamen noch andere Kinder hinzu und es sammelte sich eine ganze vergnügte
Gesellschaft; doch immer, sobald sie getrennt wurden, suchte Sali alsobald wieder neben
Vrenchen zu gelangen, und dieses wußte desgleichen immer vergnügt lächelnd zu ihm zu
schlüpfen, und es war beiden Kreaturen, wie wenn dieser herrliche Tag nie enden müßte
und könnte. Doch der alte Manz kam gegen Abend herbei, um zu sehen, w as sie
ausgerichtet, und obgleich sie fertig waren, so schalt er doch ob dieser Lustbarkeit und
scheuchte die Gesellschaft auseinander. Zugleich zeigte sich Marti auf seinem Grund und
Boden und, seine Tochter gewahrend, pfiff er derselben schrill und gebieterisch durch den
Finger, daß sie erschrocken hineilte, und er gab ihr, ohne zu wissen warum, einige
Ohrfeigen, also daß beide Kinder in großer Traurigkeit und weinend nach Hause gingen,
und sie wußten jetzt eigentlich so wenig, warum sie so traurig waren, als warum sie vorhin
so vergnügt gewesen; denn die Rauheit der Väter, an sich ziemlich neu, war von den
arglosen Geschöpfen noch nicht begriffen und konnte sie nicht tiefer bewegen.
Die nächsten Tage war es schon eine härtere Arbeit, zu welcher Mannsleute gehörten, als
Manz die Steine aufnehmen und wegfahren ließ. Es wollte kein Ende nehmen und alle
Steine der Welt schienen da beisammen zu sein. Er ließ sie aber nicht ganz vom Felde
wegbringen, sondern jede Fuhre auf jenem streitigen Dreiecke abwerfen, welches von
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