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Gedankensprung, den Kopf mit der Kleie auszufüllen, und so waren die Fingerchen der
Kinder nun beschäftigt, um die Wette Kleie in den Kopf zu tun, so daß zum erstenmal in
seinem Leben etwas in ihm steckte. Der Knabe mochte es aber immer noch für ein totes
Wissen halten, weil er plötzlich eine groß
beiden hohlen Händen haltend, dem Mädchen gebot, den
Hierauf wurde die Fliege hineingesperrt und das Loch mit Gras verstopft. Die Kinder
hielten den Kopf an die Ohren und setzten ihn dann feierlich auf einen Stein; da er noch
mit der roten Mohnblume bedeckt war, so glich der Tönende jetzt einem weissagenden
Haupte und die Kinder lauschten in tiefer Stille seinen Kunden und Märchen, indessen sie
sich umschlungen hielten. Aber jeder Prophet erweckt Schrecken und Undank; das
wenige Leben in dem dürftig geformten Bilde erregte die menschliche Grausamkeit in den
Kindern, und es wurde beschlossen, das Haupt zu begraben. So machten sie ein Grab
und legten den Kopf, ohne die gefangene Fliege um ihre Meinung zu befrag en, hinein und
errichteten über dem Grabe ein ansehnliches
sie einiges Grauen, da sie etwas Geformtes und Belebtes begraben hatten, und entfernten
sich ein gutes Stück von der unheimlichen Stätte. Auf einem ganz m it grünen Kräutern
bedeckten Plätzchen legte sich das Dirnchen auf den Rücken, da es müde war, und
begann in eintöniger Weise einige Worte zu singen, immer die nämli chen, und der Junge
kauerte daneben und half, indem er nicht wußte, ob er auch vollends u mfallen solle, so
lässig und müßig war er. Die Sonne schien dem singenden Mädc hen in den geöffneten
Mund, beleuchtete dessen blendendweiße Zähnchen und durchschimmerte die roten
Purpurlippen. Der Knabe sah die Zähne, und dem Mädchen den Kopf haltend und dessen
Zähnchen neugierig untersuchend, rief er: "Rate, wie viele Zähne hat man?" Das
Mädchen besann sich einen Augenblick, als ob es reiflich nachzählt e, und sagte dann auf
Geratewohl: "Hundert!" - "Nein, zweiunddreißig!" rief er, "wart, ich will einmal zählen!"
Da zählte er die Zähne des Kindes, und weil er nicht zweiunddreißig herausbrachte, so
fing er immer wieder von neuem an. Das Mädchen hielt lange still, als aber der eifrige
Zähler nicht zu Ende kam, raffte es sich auf und rief.- "Nun will ich deine zählen!" Nun
legte sich der Bursche hin ins Kraut, das Mädchen über ihn, umschlang seinen Kopf, er
sperrte das Maul auf, und es zählte: Eins, zwei, sieben, fünf, zwei, eins; denn die kleine
Schöne konnte noch nicht zählen. Der Junge verbesserte sie und gab ihr Anweisung, wie
sie zählen solle, und so fing auch sie unzähligemal von neuem an u nd das Spiel schien
ihnen am besten zu gefallen von allem, was sie heut unternommen. Endlich aber sank das
Mädchen ganz auf den kleinen Rechenmeister nieder und die Kinder schliefen ein in der
hellen Mittagssonne.
Inzwischen hatten die Väter ihre Äcker fertig gepflügt und in frischduftende braune Fläche
umgewandelt. Als nun, mit der letzten Furche zu Ende gekommen, der Knech t des einen
halten wollte, rief sein Meister: "Was hältst du? Kehr noch einmal um!" - "Wir sind ja
fertig!" sagte der Knecht. "Halts Maul und tu, wie ich dir sage!" der Meister. Und sie
kehrten um und rissen eine tüchtige Furche in den mittlern herrenlosen Acker hinein, daß
Kraut und Steine flogen. Der Bauer hielt sich aber nicht mit der Beseitigung derselben auf,
er mochte denken, hiezu sei noch Zeit genug vorhanden, und er begnügt e sich, für heute
die Sache nur aus dem Gröbsten zu tun. So ging es rasch die Höhe e mpor in sanftem
Bogen, und als man oben angelangt und das liebliche Windeswehen eben wie der den
Kappenzipfel des Mannes zurückwarf, pflügte auf der anderen Seite der Nachbar vorüber,
mit dem Zipfel nach vorn, und schnitt ebenfalls eine ansehnliche Furche vom mittlern
Acker, daß die Schollen nur so zur Seite flogen. jeder sah wohl, was der andere tat, aber
keiner schien es zu sehen und sie entschwunden sich wieder, indem jedes Sternbild still
am andern vorüberging und hinter diese runde Welt hinabtauchte. So gehen die
Weberschiffchen des Geschickes aneinander vorbei und "was er webt, da s weiß kein
Weber!"
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