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spricht, und lacht ihn auch nur aus damit. Dem armen Musikanten sieht man es jedoch an,
daß er sich noch heute mit ihr versöhnen wird. Wo es aber so herge ht, möchte ich nicht
sein, denn nie möcht ich dir untreu werden, wenn ich auch sonst noch alles ertragen
würde, um dich zu besitzen!" Indessen aber fieberte das arme Vrenchen immer heftiger
an Salis Brust; denn schon seit dem Mittag, wo jene Wirtin es für eine Braut gehalten und
es eine solche ohne Widerrede vorgestellt, tobte ihm das Brautwesen im Blute, und je
hoffnungsloser es war, um so wilder und unbezwinglicher. Dem Sali erging es ebenso
schlimm, da die Reden des Geigers, so wenig er ihnen folgen mochte, dennoch seinen
Kopf verwirrten, und er sagte mit ratlos stockender Stimme: "Komm herein, wir müssen
wenigstens noch was essen und trinken." Sie gingen in die Gaststube, wo niemand mehr
war als die kleine Gesellschaft der Heimatlosen, welche bereits um einen Tisch saß und
eine spärliche Mahlzeit hielt. "Da kommt unser Hochzeitpaar!" rief der Geiger, "jetzt seid
lustig und fröhlich und laßt euch zusamm
flüchteten sich vor sich selbst an denselben hin; sie waren froh, nur für den Augenblick
unter Leuten zu sein. Sali bestellte Wein und reichlichere Speisen, und es begann eine
große Fröhlichkeit. Der Schmollende hatte sich mit der Untreuen ve rsöhnt und das Paar
liebkoste sich in begieriger Seligkeit; das andere wilde Paar sang und t rank und ließ es
ebenfalls nicht an Liebesbezeugungen fehlen, und der Geiger nebst dem bu ckligen
Baßgeiger lärmten ins Blaue hinein. Sali und Vrenchen waren still und hielten sich
umschlungen; auf einmal gebot der Geiger Stille und führte eine spaßhafte Zeremonie auf,
welche eine Trauung vorstellen sollte. Sie mußten sich die Hände g eben und die
Gesellschaft stand auf und trat der Reihe nach zu ihnen, um sie zu beglü ckwünschen und
in ihrer Verbrüderung willkommen zu heißen. Sie ließen es gesch ehen, ohne ein Wort zu
sagen, und betrachteten es als einen Spaß, während es sie doch kal t und heiß
durchschauerte.
Die kleine Versammlung wurde jetzt immer lauter und aufgeregter, angefeuert durch den
stärkern Wein, bis plötzlich der Geiger zum Aufbruch mahnte. "Wir haben weit", rief er,
"und Mitternacht ist vorüber! Auf! wir wollen dem Brautpaar das Geleit geben und ich will
vorausgeigen, daß es eine Art hat!" Da die ratlosen Verlassenen nichts Besseres wußten
und überhaupt ganz verwirrt waren, ließen sie abermals geschehen, daß man sie
voranstellte und die übrigen zwei Paare einen Zug hinter ihnen formierten, welchen der
Bucklige abschloß mit seiner Baßgeige über der Schulter. Der Sc hwarze zog voraus und
spielte auf seiner Geige wie besessen den Berg hinunter, und die andern lachten, sangen
und sprangen hintendrein. So strich der tolle nächtliche Zug durch die stillen Felder und
durch das Heimatdorf Salis und Vrenchens, dessen Bewohner längst schliefen.
Als sie durch die stillen Gassen kamen und an ihren verlorenen Vaterhäusern vorüber,
ergriff sie eine schmerzhaft wilde Laune und sie tanzten mit den andern um die Wette
hinter dem Geiger her, küßten sich, lachten und weinten. Sie tanzten auch den Hügel
hinauf, über welchen der Geiger sie führte, wo die drei Äcker lagen, und oben strich der
schwärzliche Kerl die Geige noch einmal so wild, sprang und hüpfte wie ein Gespenst, und
seine Gefährten blieben nicht zurück in der Ausgelassenheit, so daß es ein wahrer
Blocksberg war in der stillen Höhe; selbst der Bucklige sprang keuchend mit seiner Last
herum und keines schien mehr das andere zu sehen. Sali faßte Vrenchen fester in den
Arm und zwang es still zu stehen; denn er war zuerst zu sich gekommen. Er küßte es,
damit es schweige, heftig auf den Mund, da es sich ganz vergessen hatte und laut sang.
Es verstand ihn endlich und sie standen still und lauschend, bis ihr tob endes
Hochzeitgeleite das Feld entlanggerast war und, ohne sie zu vermissen, a m Ufer des
Stromes hinauf sich verzog. Die Geige, das Gelächter der Mädchen und die Jauchzer der
Bursche tönten aber noch eine gute Zeit durch die Nacht, bis zuletzt alles verklang und still
wurde.
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