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silbernen Duft des Herbstabends hüllte. Sie tanzten, bis es dunkelte und der größere Teil
der lustigen Gäste sich schwankend und johlend nach allen Seiten entf ernte. Was noch
zurückblieb, war das eigentliche Hudelvölkchen, welches nirgends z u Hause war und sich
zum guten Tag auch noch eine gute Nacht machen wollte. Unter diesen ware n einige,
welche mit dem Geiger gut bekannt schienen und fremdartig aussahen in ih rer
zusammengewürfelten Tracht. Besonders ein junger Bursche fiel auf, der eine grüne
Manchesterjacke trug und einen zerknitterten Strohhut, um den er einen Kranz von
Ebereschen oder Vogelbeerbüscheln gebunden hatte. Dieser führte ei ne wilde Person mit
sich, die einen Rock von kirschrotem weißgetüpfeltem Kattun trug u nd sich einen Reifen
von Rebenschossen um den Kopf gebunden, so daß an jeder Schläfe eine blaue Traube
hing. Dies Paar war das ausgelassenste von allen, tanzte und sang unermü dlich und war
in allen Ecken zugleich. Dann war noch ein schlankes hübsches Mädc hen da, welches ein
schwarzseidenes abgeschossenes Kleid trug und ein weißes Tuch um den Kopf, daß der
Zipfel über den Rücken fiel. Das Tuch zeigte rote, eingewobene Streifen und war eine gute
leinene Handzwehle oder Serviette. Darunter leuchteten aber ein paar veilchenblaue
Augen hervor. Um den Hals und auf der Brust hing eine sechsfache Kette v on
Vogelbeeren auf einen Faden gezogen und ersetzte die schönste Koralle nschnur. Diese
Gestalt tanzte fortwährend allein mit sich selbst und verweigerte hartnäckig mit einem der
Gesellen zu tanzen. Nichtsdestominder bewegte sie sich anmutig und leicht herum und
lächelte jedesmal, wenn sie sich an dem traurigen Waldhornbläser vorüberdrehte, wozu
dieser immer den Kopf abwandte. Noch einige andere vergnügte Frauensleute waren da
mit ihren Beschützern, alle von dürftigem Aussehen, aber sie waren um so lustiger und in
bester Eintracht untereinander. Als es gänzlich dunkel war, wollte der Wirt keine Lichter
anzünden, da er behauptete, der Wind lösche sie aus, auch ginge der Vollmond sogleich
auf und für das, was ihm diese Herrschaften einbrächten, sei das Mondlicht gut genug.
Diese Eröffnung wurde mit großem Wohlgefallen aufgenommen; die ganze Gesellschaft
stellte sich an die Brüstung des luftigen Saales und sah dem Aufgange des Gestirnes
entgegen, dessen Röte schon am Horizonte st
Licht quer durch den Estrich des Paradiesgärtels warf, tanzten sie im Mondschein weiter,
und zwar so still, artig und seelenvergnügt, als ob sie im Glanze von hundert Wachskerzen
tanzten. Das seltsame Licht machte alle vertrauter, und so konnten Sali und Vrenchen
nicht umhin, sich unter die gemeinsame Lustbarkeit zu mischen und auch mit andern zu
tanzen. Aber jedesmal, wenn sie ein Weilchen getrennt gewesen, flogen sie zusammen
und feierten ein Wiedersehen, als ob sie sich jahrelang gesucht und endlich gefunden. Sali
machte ein trauriges und unmutiges Gesicht, wenn er mit einer anderen tanzte, und drehte
fortwährend das Gesicht nach Vrenchen hin, welches ihn nicht ansah, w enn es
vorüberschwebte, glühte wie eine Purpurrose und überglücklich schien, mit wem es auch
tanzte. "Bist du eifersüchtig, Sali?" fragte es ihn, als die Musikanten müde waren und
aufhörten. "Gott bewahre!" sagte er, "ich wüßte nicht, wie ich es anfangen sollte!" -
"Warum bist du denn so bös, wenn ich mit andern tanze?" - "Ich bin nicht darüber bös,
sondern weil ich mit andern tanzen muß! Ich kann kein anderes Mädchen ausstehen, es
ist mir, als wenn ich ein Stück Holz im Arm habe, wenn du es nicht bist! Und du? wie geht
es dir?" - "Oh, ich bin immer wie im Himmel, wenn ich nur tanze un d weiß, daß du
zugegen bist! Aber ich glaube, ich würde sogleich tot umfallen, wenn du weggingest und
mich daließest!" Sie waren hinabgegangen und standen vor dem Hause ; Vrenchen
umschloß ihn mit beiden Armen, schmiegte seinen schlanken zitternden Leib an ihn,
drückte seine glühende Wange, die von heißen Tränen feucht war, an sein Gesicht und
sagte schluchzend: "Wir können nicht zusammen sein und doch kann i ch nicht von dir
lassen, nicht einen Augenblick mehr, nicht eine Minute!" Sali umarmte und drückte das
Mädchen heftig an sich und bedeckte es mit Küssen. Seine verwirrte n Gedanken rangen
nach einem Ausweg, aber er sah keinen. Wenn auch das Elend und die Hoffnungslosigkeit
seiner Herkunft zu überwinden gewesen wären, so war seine Jugend u nd unerfahrene
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