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Romeo und Julia auf dem Dorfe

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Nun steh ich nicht auf, bis ich sie anhabe!" Er zog die ersehnten aus  der Tasche und gab sie dem begierigen schönen Mädchen; es schleuderte die alten von s ich, schlüpfte in die neuen und sie paßten sehr gut. Erst jetzt erhob es sich vom Stuhl, wi egte sich in den neuen Schuhen und ging eifrig einigemal auf und nieder. Es zog das lange  blaue Kleid etwas zurück und beschaute wohlgefällig die roten wollenen Schleifen, welche die Schuhe zierten, während Sali unaufhörlich die feine reizende Gestalt betrachtete, welche da in lieblicher Aufregung vor ihm sich regte und freute. "Du beschaust meinen Strauß?" sagte Vrenchen, "hab ich nicht einen schönen zusammengebracht? Du mußt wissen, dies sind die letzten Blumen, die ich noch aufgefunden in dieser Wüstenei. Hier war noch ein Röschen, dort eine Aster, und wie sie nun gebunden sind, würde man  es ihnen nicht ansehen, daß sie aus einem Untergange zusammengesucht sind! Nun ist e s aber Zeit, daß ich fortkomme, nicht ein Blümchen mehr im Garten und das Haus  auch leer!" Sali sah sich um und bemerkte erst jetzt, daß alle Fahrhabe, die noch dagewesen, weggebracht war. "Du armes Vreeli!" sagte er, "haben sie dir schon alles ge nommen?" - "Gestern", erwiderte es, "haben sie’s weggeholt, was sich von der Stelle bewe gen ließ, und mir kaum mehr mein Bett gelassen. Ich hab’s aber auch gleich verkauft und hab jetzt auch Geld, sieh!" Es holte einige neu glänzende Talerstücke aus der Tasche  seines Kleides und zeigte sie ihm. "Damit", fuhr es fort, "sagte der Waisenvogt, der auch hier war, solle ich mir einen Dienst suchen in einer Stadt und ich solle mich heute gleich a uf den Weg machen!" - "Da ist aber auch gar nichts mehr vorhanden", sagte Sali, nachdem er in die Küche geguckt hatte, "ich sehe kein Hölzchen, kein Pfännchen , kein Messer! Hast du denn auch nicht zu Morgen gegessen?" "Nichts!" sagte Vrenchen,  "ich hätte mir etwas holen können, aber ich dachte, ich wolle lieber hungrig bleiben, damit ich recht viel essen könne mit dir zusammen, denn ich freue mich so sehr darauf, du glaubs t nicht, wie ich mich freue!" - "Wenn ich dich nur anrühren dürfte", sagte Sali, "so wollte ich dir zeigen, wie es mir ist, du schönes, schönes Ding!" - "Du hast recht,  du würdest meinen ganzen Staat verderben, und wenn wir die Blumen ein bißchen schonen, so kommt es zugleich meinem armen Kopf zugut, den du mir übel zuzurichten pflegst!" - "So komm, jetzt wollen wir ausrücken!" - "Noch müssen wir warten, bis das Bett abgeholt wird; denn nachher schließe ich das leere Haus zu und gehe nicht mehr hierher zurück!  Mein Bündelchen gebe ich der Frau aufzuheben, die das Bett gekauft hat." Sie setzten  sich daher einander gegenüber und warteten; die Bäuerin kam bald, eine vierschrötige Frau mit lautem Mundwerk, und hatte einen Burschen bei sich, welcher die Bettstelle tragen sollte. Als diese Frau Vrenchens Liebhaber erblickte und das geputzte Mädchen selbst, sperrte sie Maul und Augen auf, stemmte die Arme unter und schrie: "Ei sieh da, Vreeli! Du treibst es ja schon gut! Hast einen Besucher und bist gerüstet wie eine Prinzeß ?" "Gelt aber!" sagte Vrenchen freundlich lachend, "wißt Ihr auch, wer das ist?" - "Ei, ich denke, das ist wohl der Sali Manz? Berg und Tal kommen nicht zusammen, sagt man, aber d ie Leute! Aber nimm dich doch in acht, Kind, und denk, wie es euren Eltern ergangen ist!" - "Ei, das hat sich jetzt gewendet und alles ist gut geworden", erwiderte Vrenchen lächelnd und freundlich mitteilsam, ja beinahe herablassend, "seht, Sali ist mein Hochzeiter!" - "Dein Hochzeiter! was du sagst!" - "Ja, und er ist ein reicher Herr, er hat hunderttausend Gulden in der Lotterie gewonnen! Denket einmal, Frau!" Diese tat einen Sprung, schlug ganz erschrocken die Hände zusammen und schrie: "Hund - hunderttau send Gulden!" - "Hunderttausend Gulden!" versicherte Vrenchen ernsthaft. - "Her r du meines Lebens! Es ist aber nicht wahr, du lügst mich an, Kind!" - "Nun, glaubt was Ihr wollt!" - "Aber wenn es wahr ist und du heiratest ihn, was wollt ihr denn machen mit dem Gelde?  Willst du wirklich eine vornehme Frau werden?" - "Versteht sich, in "Geh mir weg, du bist eine häßliche Lügnerin!" - "Das  schönste Haus hat er schon gekauft in Seldwyl mit einem großen Garten und Weinberg; Ihr müß t mich auch besuchen, wenn wir eingerichtet sind, ich zähle darauf!" "Allweg, du Teufelshexlein, was du bist!" - "Ihr werdet sehen, wie schön es da ist! Einen herrlichen Kaffee werde ich machen und
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
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