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Romeo und Julia auf dem Dorfe

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und ich bin um den blutigen Pfennig gekommen, mit dem ich hätte auswandern können! Ich habe eure Väter angefleht, daß sie mir bezeugen möchten, si e müßten mich nach ihrem Gewissen für den rechten Erben halten; aber sie haben mich von  ihren Höfen gejagt, und nun sind sie selbst zum Teufel gegangen! Item, das ist der W elt Lauf, mir kann’s recht sein, ich will euch doch geigen, wenn ihr tanzen wollt!"  Damit sprang er auf der anderen Seite von den Steinen hinunter und machte sich dem Dorfe zu, wo gegen Abend der Erntesegen eingebracht wurde und die Leute guter Dinge waren. Als er verschwunden, ließ sich das Paar ganz mutlos und betrübt auf die Steine nieder; sie ließen ihre verschlungenen Hände fahren und stützten die traurigen Köpfe darauf; denn die Erscheinung des Geigers und seine Worte hatten sie aus der glückl ichen Vergessenheit gerissen, in welcher sie wie zwei Kinder auf und ab gewand elt, und wie sie nun auf dem harten Grund ihres Elendes saßen, verdunkelte sich das heitere Lebenslicht und ihre Gemüter wurden so schwer wie Steine. Da erinnerte sich Vrenchen unversehens der wunderlichen Gestalt und der Nase des Geigers, es mußte plötzlich hell auflachen und rief: "Der arme Kerl sieht gar zu spaßhaft aus! Was für eine Nase!" und eine allerliebste sonnenhelle Lustigkeit verbreitete sich über des Mädchens Gesicht, als ob sie nur geharrt hätte, bis des Geiger s Nase die trüben Wolken wegstieße. Sali sah Vrenchen an und sah diese Fröhlichkeit.  Es hatte die Ursache aber schon wieder vergessen und lachte nur noch auf eigene Rechnung dem  Sali ins Gesicht. Dieser, verblüfft und erstaunt, starrte unwillkürlich mit lachendem Munde auf die Augen, gleich einem Hungrigen, der ein süßes Weizenbrot erblickt, und rief. "Bei Gott, Vreeli! wie schön bist du!" Vrenchen lachte ihn nur noch mehr an und hauchte dazu aus klangvoller Kehle einige kurze mutwillige Lachtöne, welche dem armen  Sali nicht anders dünkten als der Gesang einer Nachtigall. "O du Hexe!" rief er,  "wo hast du das gelernt? welche Teufelskünste treibst du da?" - "Ach du lieber Gott!"  sagte Vrenchen mit schmeichelnder Stimme und nahm Salis Hand, "das sind keine Teufelskü nste! Wie lange hätte ich gern einmal gelacht! Ich habe wohl zuweilen, wenn ich ganz  allein war, über irgend etwas lachen müssen, aber es war nichts Rechts dabei; jetzt ab er möchte ich dich immer und ewig anlachen, wenn ich dich sehe, und ich möchte dich wohl immer und ewig sehen! Bist du mir auch ein bißchen recht gut?" - "O Vreeli!" sagte er und sah ihr ergeben und treuherzig in die Augen, "ich habe noch nie ein Mädchen angese hen, es war mir immer, als ob ich dich einst lieb haben müßte, ohne daß ich wol lte oder wußte, hast du mir doch immer im Sinn gelegen!" - "Und du mir auch", sagte Vrenche n, "und das noch viel mehr; denn du hast mich nie angesehen und wußtest nicht, wie ich gewo rden bin; ich aber habe dich zuzeiten aus der Ferne und sogar heimlich aus der Nähe recht gut betrachtet und wußte immer, wie du aussiehst! Weißt du noch, wie oft wir als  Kinder hierhergekommen sind? Denkst du noch des kleinen Wagens? Wie kleine Leute sind wir damals gewesen und wie lang ist es her! Man sollte denken, wir wären recht alt?" - "Wie alt bist du jetzt?" fragte Sali voll Vergnügen und Zufriedenheit, "du mußt ungefähr siebzehn sein?" - "Siebzehn und ein halbes Jahr bin ich alt!" e rwiderte Vrenchen, "und wie alt bist du? Ich weiß aber schon, du bist bald zwanzig!" - " Woher weißt du das?" fragte Sali. "Gelt, wenn ich es sagen wollte!" - "Du willst es nicht sagen?" - "Nein!" - "Gewiß nicht?" - "Nein, nein!" - "Du sollst es sagen!"  - "Willst du mich etwa zwingen?" - "Das wollen wir sehen!" Diese einfältigen Reden führte Sali, um seine Hände zu beschäftigen und mit ungeschickten Liebkosungen, welche wie eine Stra fe aussehen sollten, das schöne Mädchen zu bedrängen. Sie führ Langmut den albernen Wortwechsel fort, der trotz seiner Leerheit beide witzig und süß genug dünkte, bis Sali erbost und kühn genug war, Vrenchens Hän de zu bezwingen und es in die Mohnblumen zu drücken. Da lag es nun und zwinkerte in der S onne mit den Augen; seine Wangen glühten wie Purpur und sein Mund war halb geöffnet und ließ zwei Reihen weiße Zähne durchschimmern. Fein und schön flossen die d unklen Augenbraunen ineinander und die junge Brust hob und senkte sich mutwillig unter sämtlichen vier
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
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