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Romeo und Julia auf dem Dorfe

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und glänzten so hell wie Vrenchens Augen, welche ihm in seiner Armut  ja auch allen übrigen Staat ersetzen mußten. Und wie Kattunhalstücher zu Vrenchens Augen, stand zu diesen blinkenden Fenst ern das wilde grüne Gewächs, was da durcheinander rankte um das Haus, flatternde  Bohnenwäldchen und eine ganze duftende Wildnis von rotgelbem Goldlack. Die Bohnen hielt en sich, so gut sie konnten, hier an einem Harkenstiel oder an einem verkehrt in die Erde gesteckten Stumpfbesen, dort an einer von Rost zerfressenen Helbarte oder Sponton, wie man es nannte, als Vrenchens Großvater das Ding als Wachtmeister getragen, w elches es jetzt aus Not in die Bohnen gepflanzt hatte; dort kletterten sie wieder lustig eine verwitterte Leiter empor, die am Hause lehnte seit undenklichen Zeiten, und hingen von da in die klaren Fensterchen hinunter wie Vrenchens Kräuselhaare in seine Augen. Dieser mehr malerische als wirtliche Hof lag etwas beiseit und hatte keine näheren Nachbarhäuser, auch ließ sich in diesem Augenblicke nirgends eine lebendige Seele wa hrnehmen; Sali lehnte daher in aller Sicherheit an einem alten Scheunchen, etwa dreißig Schritte entfernt, und schaute unverwandt nach dem stillen wüsten Hause hinüber. Eine geraume Zeit lehnte und schaute er so, als Vrenchen unter die Haustür kam und lang e vor sich hin blickte, wie mit allen ihren Gedanken an einem Gegenstande hängend. Sali rührte sich nicht und wandte kein Auge von ihr. Als sie endlich zufällig in diese r Richtung hinsah, fiel er ihr in die Augen. Sie sahen sich eine Weile an, herüber und hinü ber, als ob sie eine Lufterscheinung betrachteten, bis sich Sali endlich aufrichtete und lang sam über die Straße und über den Hof ging auf Vrenchen los. Als er dem Mädchen nahe war, streckte es seine Hände gegen ihn aus und sagte: "Sali!" Er ergriff die  Hände und sah ihr immerfort ins Gesicht. Tränen stürzten aus ihren Augen, während sie unter seinen Blicken vollends dunkelrot wurde, und sie sagte: "Was willst du hier?" - "Nur dich sehen!" erwiderte er, "wollen wir nicht wieder gute Freunde sein?" "Und unsere Eltern?" fragte Vrenchen, sein weinendes Gesicht zur Seite neigend, da es die Hände nicht frei hatte, um es zu bedecken. "Sind wir schuld an dem, was sie getan und geworden sind?" sagte Sali, "vielleicht können wir das Elend nur gut machen, wenn wir zwei zusammenhalten und uns recht lieb sind!" - "Es wird nie gut kommen", antwortete Vrenchen mit einem tiefen Seufzer, "geh in Gottes Namen deiner Wege, Sali!" - "Bist du allein?" fragte dieser, "kann ich einen Augenblick hineinkommen?" - "Der Vater ist zur  Stadt, wie er sagte, um deinem Vater irgend etwas anzuhängen; aber hereinkommen kannst du nic ht, weil du später vielleicht nicht so ungesehen weggehen kannst wie jetzt. Noch  ist alles still und niemand um den Weg, ich bitte dich, geh jetzt!" - "Nein, so geh ich nicht! Ich mußte seit gestern immer an dich denken, und ich geh nicht so fort, wir müssen miteinander reden, wenigstens eine halbe Stunde lang oder eine Stunde, das wird uns gut tun!" Vrenchen besann sich ein Weilchen und sagte dann: "Ich geh gegen Abend auf uns ern Acker hinaus, du weißt welchen, wir haben nur noch den, und hole etwas Gemü se. Ich weiß, daß niemand weiter dort sein wird, weil die Leute anderswo schneiden; wenn du willst, so komm dorthin, aber jetzt geh und nimm dich in acht, daß dich niemand sieht! Wenn auch kein Mensch hier mehr mit uns umgeht, so würden sie doch ein solches  Gerede machen, daß es der Vater sogleich vernähme." Sie ließen sich jetzt die Hände frei, ergriffen sie aber auf der Stelle wieder und beide sagten gleichzeitig: "Und wie geht es dir auch?" Aber statt sich zu antworten, fragten sie das gleiche aufs neue und die Antwort lag nur in den beredten Augen, da sie nach Art der Verliebten die Worte nicht mehr zu lenken wußten und, ohne sich weiter etwas zu sagen, endlich halb selig halb traurig auseinanderhuschten. "Ich komme recht bald hinaus, geh nur gleich hin!" rief Vrenchen noch nach. Sali ging auch alsobald auf die stille schöne Anhöhe hinaus, üb er welche die zwei Äcker sich erstreckten, und die prächtige stille Julisonne, die fahrenden weißen Wolken, welche über das reife wallende Kornfeld wegzogen, der glänzende blaue Flu ß, der unten vorüberwallte, alles dies erfüllte ihn zum ersten Male seit langen Jahren wieder mit Glück
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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