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Romeo und Julia auf dem Dorfe

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diesem Augenblicke auch sein Erstaunen und es lächelte ganz kurz und  geschwind mitten in seinem Schrecken und in seinen Tränen ihn an. Doch ermannte sich Sali, geweckt durch die Anstrengungen seines Vaters, ihn abzuschütteln, und brachte  ihn mit eindringlich bittenden Worten und fester Haltung endlich ganz von seinem Feinde weg. Beide alte Gesellen atmeten hoch auf und begannen jetzt wieder zu schelt en und zu schreien, sich voneinander abwendend; ihre Kinder aber atmeten kaum und waren still wie der Tod, gaben sich aber im Wegwenden und Trennen, ungesehen von den Alten, schnell die Hände, welche vom Wasser und von den Fischen feucht und kühl w aren. Als die grollenden Parteien ihrer Wege gingen, hatten die Wolken sich wi eder geschlossen, es dunkelte mehr und mehr und der Regen goß nun in Bä chen durch die Luft. Manz schlenderte voraus auf den dunklen nassen Wegen, er duckte si ch, beide Hände in den Taschen, unter den Regengüssen, zitterte noch in sein en Gesichtszügen und mit den Zähnen und ungesehene Tränen rieselten ihm in den Stop pelbart, die er fließen ließ, um sie durch das Wegwischen nicht zu verraten. Sein Sohn hatte aber nichts gesehen, weil er in glückseligen Bildern verloren daherging. Er merkte weder Regen noch Sturm, weder Dunkelheit noch Elend; sondern leicht, hell und warm war es  ihm innen und außen und er fühlte sich so reich und wohlgeborgen wie ein Köni gssohn. Er sah fortwährend das sekundenlange Lächeln des nahen schönen Gesicht es und erwiderte dasselbe erst jetzt, eine gute halbe Stunde nachher, indem er voll Liebe  in Nacht und Wetter hinein und das liebe Gesicht anlachte, das ihm allerwegen aus dem  Dunkel entgegentrat, so daß er glaubte, Vrenchen müsse auf seinen Wegen d ies Lachen notwendig sehen und seiner inne werden. Sein Vater war des andern Tags wie zerschlagen und wollte nicht aus dem  Hause. Der ganze Handel und das vieljährige Elend nahm heute eine neue, deutlichere Gestalt an und breitete sich dunkel aus in der drückenden Luft der Spelunke, also da ß Mann und Frau matt und scheu um das Gespenst herumschlichen, aus der Stube in die dunk len Kämmerchen, von da in die Küche und aus dieser wieder sich in die  Stube schleppten, in welcher kein Gast sich sehen ließ. Zuletzt hockte jedes in einem Wink el und begann den Tag über ein müdes, halbtotes Zanken und Vorhalten mit dem andern, wobei sie zeitweise einschliefen, von unruhigen Tagträumen geplagt, welche aus dem Gewissen kamen und sie wieder weckten. Nur Sali sah und hörte nichts davon, denn er dachte nur an Vrenchen. Es war ihm immer noch zumut, nicht nur als ob er unsäglich reich wä re, sondern auch was Rechts gelernt hätte und unendlich viel Schönes und Gutes wüß te, da er nun so deutlich und bestimmt um das wußte, was er gestern gesehen. Diese Wissenschaft  war ihm wie vom Himmel gefallen und er war in einer unaufhörlichen glücklichen  Verwunderung darüber; und doch war es ihm, als ob er es eigentlich von jeher gewußt und gekannt hätte, was ihn jetzt mit so wundersamer Süßigkeit erfüllte. Denn nichts gleicht dem Reichtum und der Unergründlichkeit eines Glückes, das an den Menschen heran tritt in einer so klaren und deutlichen Gestalt, vom Pfäfflein getauft und wohlversehen mit einem eigenen Namen, der nicht tönt wie andere Namen. Sali fühlte sich an diesem Tage weder müßig noch unglücklich , weder arm noch hoffnungslos; vielmehr war er vollauf beschäftigt, sich Vrenchens Gesicht und Gestalt vorzustellen, unaufhörlich, eine Stunde wie die andere; über dieser aufgeregten Tätigkeit aber verschwand ihm der Gegenstand derselben fast vollständig, das heißt er bildete sich endlich ein, nun doch nicht zu wissen, wie Vrenchen recht genau aussehe,  er habe wohl ein allgemeines Bild von ihr im Gedächtnis, aber wenn er sie beschreiben sollte, so könnte er das nicht. Er sah fortwährend dies Bild, als ob es vor ihm stände, und fühlte seinen angenehmen Eindruck, und doch sah er es nur wie etwas, das man eben nur einmal gesehen, in dessen Gewalt man liegt und das man doch noch nicht kennt. Er erinnerte sich genau der Gesichtszüge, welche das kleine Dirnchen einst gehabt,  mit großem Wohlgefallen, aber nicht eigentlich derjenigen, welche er gestern gesehen. Hätte er
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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